
Avishai Cohen - Album Brightlight – 24.10.2024
Avishai Cohen - Album Brightlight – 24.10.2024
Avishai Cohen – bass & vocals
Guy Moskovich – piano
Roni Kaspi – drums
Brightlight - die Titel
- Courage
- Bightlight
- Roni´s Swing
- Summertime
- Hope
- The Evert and Ever Evolving Etude
- Drabkin
- Hitragut,
- Dots and Moonbeams
- Humility
- Liebestraum
Avishai Cohen – bass & vocals
Guy Moskovich & Eden Giat – piano
Roni Kaspi & Noam David – drums
Yuval Drabkin - saxphone
Josi Ben Tovim – guitar
Lars Nilsson – trumpet
Hilel Salem – flugelhorn
Jakob Sollermann – trombone
Ilan Salem – flutes
Jenny Nilsson - vocals
Die Titel Courage, Bightlightund Roni´s Swing sind auf der 1. Seite beschrieben.
Summertime
So klingt der Sommer: Hart mit viel Stakkato inszeniert, geradezu rockig, wenn nicht sogar als Ska konzipiert. Also, es geht rhythmisch einfach ab. Stilistisch ist das ein musikalischer Gegensatz zu den anderen Titeln des Albums. Die swingen alle auf eine offene oder subtile Art, mal eher etwas klassisch, teils stärker zeitgenössisch swingend. Nicht so in Summertime, denn hier rockt der Sommer. Das tut er zusätzlich mit Gesang (Avishai Cohen) und auch mit den Bläsersätzen einer Big Band, die ins Thema einfallen wie der Blitz in eine Sommerlandschaft. Unter den vielen hervorragenden (meist swingenden) Interpretationen von Gershwins Summertime ist das eine, die auf höchsten Niveau demonstriert, welche Substanz in dem Standard, dem Klassiker über alles Genres hinweg steckt. Der Titel verfehlt seine Wirkung keineswegs, auch wenn er in so einem ungewöhnlichen Stil wie dieser Punk/Ska trotzig aufstampfend angeboten wird. Selbstredend sind viele Soli und die herrlich auftrumpfenden Bläser darin bestens verpackt – „Summertime, and the Living is Easy … Your Dad´ is Rich and you Ma´is Good Looking”. Genauso ist es, genauso klingt es bei Avishai Cohen, Guy Moskovich, Roni Kaspi.
Hope
Bass-Einleitung. Die Melodie kommt unisono von Piano und Bass plus einzelnen Bläsern. Ein raffiniert verschachteltes Thema macht sich breit, erheischt Aufmerksamkeit. Von der Besetzung her, klingt das nach Big Band Light, von der Wirkung aber Big Band Heavy. In dieses Szenario aus vielen Bläserstimmen sticht eine Gitarre ihre spitzfindigen Ideen, die sie solistisch in den Song piekst. En mehrstimmiges Klangerlebnis tönt ununterbrochen, in das - neben der Gitarre – der Bass seine umtriebigen Läufe permanent unterjubelt.
The Evert and Ever Evolving Etude
Die Ostinato-Figuren des Basses - mit sofortiger Piano-Untermalung plus agilen Getrommel - machen den Titel zu einer spannenden Kurzgeschichte: intensiv, prägnant, auf den Punkt gebracht. Eine Atempause verschaff ein kurzes Intermezzo, das das Piano von Guy Moskovich flink zu einem solistischen Ausflug animiert. Dann gilt es wieder gemeinsam, der Riff-Figur zu frönen. Kompakter geht´s nicht.
Humility
Ein Piano-Thema, verhalten kammermusikalisch strukturiert. Bass und auch die Drums überlassen das Feld der solistischen „Ehre“ dem Piano von Guy Moskovich, der diese Gelegenheit nutzt, sich auszuspielen, seine Ideen auszubreiten, sein technisches Können wie melodisches Gespür zu präsentieren. Da steckt viel Klassik in den Figuren wie Läufen des Pianos – eine Art romantischer Ballade.
Themen mit Bläsern – Drabkin, Hitragut, Polka Dots and Moonbeams
Drabkin
Diesmal sind es die Bläser, besonders das Saxofon, die thematisch vorlegen. Das Trio vom Rhythmus begleitet „nur“ und hält das bis zum Ende durch. Das Thema entwickelt sich, das Saxofon von Drabkin Yuval Drabkin – sehr diskret von Piano und wohl auch Gitarre im Hintergrund unisono unterstützt – bläst einzelne Sequenzen in den Song, bleibt im ruhigen Fahrwasser des Titels, um den meditativen Gebrauchswert des Titels ja nicht zu tangieren.
Ähnlich ist auch der Standard „Polka Dots and Moonbeams“ wahrzunehmen, der sich zu einem kommunikativen Erlebnis zwischen dem singenden Kontrabass und dem balladesken Tenorsaxofon entwickelt – eine wunderbare Ballade, ein fantastisches Duo.
Hitragut
Melodisch ansprechendes Thema. Die Bläser (Holz & Blech) haben hier die Stimmführung inne. Nach deren solistischen Eskapaden bringt sich das riffartige Refrain wieder in Erinnerung. Jetzt drücken auch die Klangfarben des Blechs dem Song ihr Sigel auf: Featuring Wood & Brass.
Liebestraum
Sensible Tonfolgen von Piano wie Bass sehen sich in der romantischen Tradition des Liebestraums. Ihre Interpretation kann sowohl als eine klassische als auch eine swingende Jazz-Version gelten. Keine Ballade – denn das ist die Komposition von Franz Liszt – ohne warme, singende Klänge eines solistischen Kontrabasses, die Avishai dieser Romanze schenkt. Mit zarten, flüchtiger werdenden Anschlägen des Klaviers klingt haucht sich dieser (Liebes)Traum aus.