29. Oktober bis 1. November 2026 Jazzfest Berlin 2026: Dream Baby Dream


29. Oktober bis 1. November 2026 Jazzfest Berlin 2026: Dream Baby Dream

Vom 29. Oktober bis 1. November präsentiert das Jazzfest Berlin über 135 internationale Musiker*innen aus mehr als 25 Ländern im Haus der Berliner Festspiele, im A-Trane, im Quasimodo sowie in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Unter der künstlerischen Leitung von Nadin Deventer richtet die Festivalausgabe 2026 ihre Scheinwerfer auf insgesamt 24 Acts – mit vier Uraufführungen, zwei Europa- und fünf Deutschlandpremieren, unter anderem von Anthony Braxton, Alexander von Schlippenbach mit dem Globe Unity Orchestra, Camila Nebbia, Christian Lillinger und Wendy Eisenberg. Bereits am 26. Oktober startet die Jazzfest Community Week mit Workshops und Kiezkonzerten im Jazz Institut Berlin und an verschiedenen Orten in Berlin-Moabit


Das gesamte Programm der 63. Festivalausgabe ist veröffentlicht, die Akkreditierung ist ab sofort möglich.


Der Ticketvorverkauf beginnt am 17. September um 14:00 Uhr.

Die internationale Kunst- und Musikszene Berlins ist von Offenheit, Vielfalt und ständiger Erneuerung geprägt, die Stadt gilt nach wie vor als Sehnsuchtsort und Projektionsfläche für Menschen aus aller Welt. Ein Zeugnis dieser urbanen Pluralität ist der generationenübergreifende und inzwischen preisgekrönte Kurzfilm DREAM BABY DREAM, der im Rahmen des Jazzfest Berlin 2025 mit 60 Beteiligten entstanden ist. Er setzt sich mit Fragen von Zugehörigkeit, Utopie, Traum und Trauma auseinander und verleiht der diesjährigen Festivalausgabe nicht nur ihr Motto sondern eröffnet auch das Festival mit einem Screening auf der Großen Bühne.

Das Jazzfest Berlin versteht sich seit jeher als Ort der Begegnung zwischen Tradition und Zukunft, lokalen Perspektiven und globalen Erfahrungen, zwischen unterschiedlichen Communities, Arbeitsweisen und Ausdrucksformen. Die aus Argentinien, Brasilien und den USA stammenden Wahlberlinerinnen Camila Nebbia, Mariá Portugal und ganavya sind in diesem Jahr Botschafterinnen dieses Dialogs: Sie bewegen sich mühelos zwischen Kontinenten, künstlerischen Szenen und musikalischen Sprachen.

Seit mittlerweile sechs Jahrzehnten lotet Anthony Braxton Zwischenräume aus, verschiebt ästhetische Grenzen und erfindet neue musikalische Systeme. 50 Jahre nach seinem ersten Auftritt bei den Berliner Jazztagen und sieben Jahre nach seinem eindrucksvollen Sonic Genome im Gropius Bau kehrt der stilprägende Multiinstrumentalist, Komponist und Pädagoge in diesem Jahr mit einem neuen Septett zum Jazzfest Berlin zurück. Darüber hinaus trifft er im Rahmen der Jazzfest Community Week auf die nächste Generation von Jazzmusiker*innen und gibt 25 Studierenden des Jazz Instituts Berlin (JIB) Einblicke in seine künstlerische Praxis. Das aus dem Workshop hervorgehende JIB Creative Music Orchestra setzt mit einem Konzert im Georg-Neumann-Saal des JIB einen Höhepunkt der diesjährigen Jazzfest Community Week.


Die Festivaledition 2026 versammelt zudem einige der prägendsten Stimmen der internationalen Creative-Music-Szene, darunter das CHICAGO UNDERGROUND Duo, das Tomeka Reid Quartet, die Formation Twin Talk, die Band Clone Row um den vielseitigen Schlagzeuger Ches Smith, das All-Star-Trio Graewe / Jones / Drake sowie das gefeierte Quartett des Ausnahme-Saxofonisten Immanuel Wilkins – allesamt aus den USA. Christian Lillingers international besetzte Uraufführung Open Form For Society II entfaltet eine radikal verdichtete Form von Kammermusik, bei der fünf Musiker*innen den verschlungenen Kompositionen des Bandleaders auf Tasteninstrumenten nachspüren. Und BONECRUSHER, ein außergewöhnliches Orchester unter der Leitung von Matthias Muche, versammelt ganze 10 Posaunen in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche.

Auch die menschliche Stimme nimmt im diesjährigen Programm einen besonderen Platz ein. Gesangskünstler*innen wie Karoline Wallace, Alejandra Charry (¡ Ya voy !), Wendy Eisenberg oder Amir ElSaffar bewegen sich zwischen Song, Improvisation und transkultureller Klangforschung. Zugleich begrüßt das Jazzfest Berlin mit Alexander Hawkins und Laura Jurd zwei herausragende Musiker*innen aus Großbritannien sowie mit Elin Forkelid und der Formation (Exit) Knarr um den Kontrabassisten Ingebrigt Håker Flaten prägende Vertreter*innen der skandinavischen Szene. Aus Japan reist Otomo Yoshihide mit seinem Quintett an, während die iranische Klarinettistin Shabnam Parvaresh ihr Sheen Trio erstmals beim Jazzfest Berlin präsentiert.

Mit acht Kiezkonzerten, Workshops für Kinder und Studierende, dekolonialen Stadtführungen, einem Seminar und mehreren Filmscreenings lädt die Jazzfest Community Week bereits ab dem 26. Oktober Publikum und Nachbar*innenschaft zu vielfältigen Formaten ein, die an unterschiedlichen Orten in Moabit stattfinden.

Den Schlusspunkt setzt eine Berliner Legende: Alexander von Schlippenbach mit seinem Globe Unity Orchestra. Das Ensemble schrieb Musikgeschichte, als es in den 1960er-Jahren mit seinem kompromisslosen Free Jazz das Publikum in der Philharmonie Berlin herausforderte. Sechzig Jahre nach seinem Debüt beim Jazzfest Berlin kehrt das Orchester mit der Apokalyptischen Nabelschau zurück und beschließt eine Festivalausgabe, die mehr als 200 Künstler*innen, Jugendliche, Kinder und Erwachsene aus Berlin und aller Welt im Alter von sechs bis 88 Jahren zusammenbringt. Gemeinsam stehen sie für die künstlerische Vielfalt, Weltoffenheit und Innovationskraft, die den Jazz seit jeher auszeichnen: Dream Baby Dream!  


Jazzfest Community Week


Freiräume und Begegnungsorte für den integrativen, experimentellen und mitunter aufmüpfigen Geist des Jazz zu schaffen, diese an nachfolgende Generationen weiterzugeben und neue Zielgruppen anzusprechen, steht im Mittelpunkt der Jazzfest Community Week.


Im Rahmen eines mehrtägigen Workshops tauchen 25 Studierende des Jazz Institut Berlin in Anthony Braxtons musikalisches Universum ein und entwickeln mit ihm gemeinsam das JIB Creative Music Orchestra. Der Stadtteil Moabit wird erneut zum Zentrum zahlreicher Kiez- und Lunchkonzerte sowie zweier Workshops: Die ImproLabs for Kids laden bereits im vierten Jahr in Folge rund 35 Grundschulkinder ein, sich spielerisch mit Musik, Theater und Zirkus in der KULTURFABRIK Moabit und der Kulturmanege Moabit zu beschäftigen. Darüber hinaus erweitern dekoloniale Stadtführungen, das Seminar Artistic Leadership der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und Filmscreenings das Programm um weitere Perspektiven.


Für sein Community- und Outreach-Programm kooperiert das Jazzfest Berlin 2026 mit 15 lokalen Initiativen aus Moabit und rund 40 Studierenden des Jazz Institut Berlin.


Jazzfest Berlin 2026
Autor: Cosmo Scharmer