Jazzfest Berlin 2024 – 31.10 bis 03.11.24 Joachim Kühn

Joachim Kühn
Schon früh and lange in Paris lebend, waren es demzufolge überwiegend französische Musiker, die sich der Leipziger Pianist handverlesen auswählte. J.F. Jenny Clark und Daniel Humair u.a. waren oft bevorzugte Musiker in seinen Trios. Auch wenn er seit vielen Jahren auf Ibiza residiert, seine Vorliebe für die Musiker Frankreichs hat er erst spät aufgegeben. So gibt es einige Trio-Aufnahmen mit Eric Schaefer & Chis Jennings, die stärker harmonische Aspekte erkennen lassen.
Verschiedene Duo-Konzerte (auch Alben) mit Klarinettist und Bruder Rolf Kühn (im letzten Jahr verstorben) sowie die Duos mit den Pianisten Martial Solal und Michael Wollny sind zu nennen. Auch das zum Trio erweiterte Album „If (Blue), Then [Blue]“ mit der deutschen Saxofon-Legende Heinz Sauer ist erwähnenswert.
Joachim Kühns Ausleben der harmonischen Freiheiten im Jazz ist auf zahlreichen Alben, auf denen er in allen möglichen Formationen (Solo, Duo, Trio, etc.) zu hören ist, gut dokumentiert. „Melodic Ornette Coleman“ heißt sein, dem legendären Altsaxofonisten gewidmetes, Solo-Werk. Diesen freien, aber nichtsdestotrotz melodischen Harmonien im Sinne der Free-Jazz-Legende fühlt sich Joachim Kühn stark verbunden, versucht Ähnliches in seiner Musik auszudrücken.
Joachim Kühn Trio
Sylvain Darrifourcq – Schlagzeug
Thibault Cellier – Kontrabass
Joachim Kühn – Klavier
Auf Konzerten scheint Joachim Kühn das Spiel im Trio zu bevorzugen und so sind auf dem aktuellen Jazzfest mit Sylvain Darrifourcq (Drums) und Thibault Cellier (Bass) wieder zwei französische Jazzer dabei, mit denen er auch sein jüngstes Album „ The Way“ einspielte.
Dort sind schnelle, wie akzentuierte Titel zu hören, die nicht swingen, jedoch energisch vorantreiben. Die Themen teilen sich die drei Musiker, sie praktizieren eher härtere Anschläge, betonen ihre rhythmischen und stärker atonalen Tonfolgen in einer relativ freien Spiel- und Ausdrucksweise. Titel aus diesem Album könnten auf dem Jazzfest zu hören sein, aber im Jazz ist man nie vor Überraschungen sicher. Das wird auch bei Joachim Kühn nicht anders sein.
Also, was bleibt noch zu sagen? Nur das: Hingehen!