Johannes Barthelmes Quartett – 06.01.2024 im Berliner b-flat

Das jazzklassische Quartett war auf den Tag genau 2023 im b-flat zu hören.
Zwischen den Spannungspolen von harmonischen Balladen und frei tönenden, energetischen Themen bewegt sich ihre emotional geladene Musik. Besonders in den zeitgenössisch swingenden Zwischenräumen und Zwischentönen ist viel zu entdecken: Hingehen!
Der Bericht des Konzertes vom 06.01.2023 charakterisiert die Musik des Quartetts im b-flat so:
Balladen
„Jan Leipnitz an den Drums sorgt mit leisen, melodischen Schlägen der Klöppel für jenen Raum, über den sich - erst behutsam, dann immer expressiver – die Stimme des Tenors erhebt. Das Thema scheint eine Hommage an Kunst, Musik, ans Leben schlechthin zu sein. Das Quartett spielt den Titel mit großer Andacht, stillem Innehalten, fast religiöser Inbrunst: der Bogen streicht zärtlich den Bass, die Klöppel prasseln leise mit melodischen Zungenschlägen auf die Trommeln hernieder, ergriffen ergänzt das Piano mit raumfüllenden Akkorden, das Tenorsaxofon von Johannes Barthelmes zelebriert magisch anmutende Sequenzen.“
Hymnen
„Ein volles, dunkelrot gefärbtes Tenor bläst seine Hommage ans Genre in den Raum. In Verehrung an den großen Meister des mystisch-spirituellen Tenorsounds erinnern die solistischen Sequenzen des Tenors an Tranes „ A Love Supreme“. Johannes Barthelmes variiert sein Spiel, um sich jetzt stärker in harmonischen Brüchen und atonalen Breaks zu ergehen. Voller Leidenschaftlich ertönt ein wilder Sound. Die Töne kippen ins Free, um dann wieder in wohltönende Passagen zu gelangen, wobei einige Zitate aus dem Universum des Tenorsounds zu entdecken sind. Superb auch der Mann am Bass: klare Linien und Figuren erschaffen eine ständige dynamische Präsenz, die in fulminanten Bass-Solo mündet.“
Freie Themen
„Besonderes das Spiel des Saxofons trägt durch die Intensität seiner geschleuderten Sequenzen zu diesem Klangcharakter bei. Das ist jetzt was für Aficionados des Genre Free: dieser Sound jagt gerade eine freijazzige Sau durch Club und Publikum. Nach einem eloquenten Solo des Pianos greift der Bassist wieder zum Bogen und ermöglicht durch sein versöhnliches Spiel wieder die Rückkehr zur spirituellen Klangwelt der Anfangssequenzen.“