KIND OF BLUE - A TRIBUTE TO MILES DAVIS 09.05.26 b-flat


KIND OF BLUE - A TRIBUTE TO MILES DAVIS 09.05.26 b-flat

Dieses Projekt – unter der Federführung von Pianist Ludwig Hornung – hat sich zu einer Konzertreihe entwickelt, die im b-flat ihr Domizil gefunden hat.

Der Titel ist mehr als ein Versprechen, denn dieses geniale Album hat sich historisch als avantgardistisch im Wortsinn erwiesen. Das war wirkliche Avantgarde, denn dieser müssen die „Massen“ folgen, um eine zu sein. Nun, die Jazzer sowie die Musikmachenden vieler anderer Genres sind den Protagonisten Miles Davis, John Coltrane, Cannonball Adderley und Bill Evans gefolgt, folgen heute immer noch. So wie aktuell das Projekt „Kind of Blue“ von Ludwig Hornung.

Nach wie vor ist es mutig, ein Konzert mit diesem Titel anzukündigen, denn die Erwartungen an solch ein Konzert sind entsprechen sehr hoch. Mit dem hervorragend besetzen Quartett hält sich das Risiko, enttäuscht zu werden in Grenzen, es ist keins. Dafür sorgt der ausgezeichnete Pianist Ludwig Hornung. Bei den vergangenen Konzerten sorgte auch der hervorragende Trompeter Dima Bondarev dafür.

Nun, diesmal fehlt die Stimme der Trompete. Das ist eine besondere Herausforderung, denn die Titel von „Kind of Blue“ leben  - neben der hohen Substanz der Kompositionen – von der Klangfarbe des metallischen Horns. Für die Trompete wird Saxofonist Jeremy Viner „einspringen“. Das klingt spannend und macht neugierig, sich dem Konzerterlebnis auszusetzen.


Jeremy Viner (sax)
Ludwig Hornung (p)
Makar Novikov (b)
Jan Leipnitz (dr)

Es gibt noch weitere Änderungen im Quartett. Für Doug Weiss wird Makar Novikov den Bass zupfen. Und für Drummer Marius Wankel wird Jan Leipnitz die Trommeln schlagen. Das sind weitere gute Gründe, einen wohl etwas anderen Sound von „Kind of Blue“ kennenzulernen.

Daraus folgt was? Genau. Hingehen!


KIND OF BLUE - A TRIBUTE TO MILES DAVIS

„Blue in Green“

Ein Titel des Albums „Kind of Blue“ steht stellvertretend für Balladen, die zeitlos wunderbar sind, die die tiefe Substanz haben, zeitgenössisch interpretiert zu werden und dadurch musikalisch wie emotional zu überzeugen. Aber auch Titel des energetischen Miles Davis sind vielleicht zu hören. Einfach sich überraschen lassen.


Da die Musik von Miles zahlreiche Stile und Genres hervorbrachte, die den Jazz wesentlich prägte, ist die Erwartung darauf, welche Stile, welche Songs präsentiert werden, sicher groß. Die Zeitspanne der vom Quartett zu spielenden Titel umfasst die Jahre von den 50-zigern bis zu den 70-zigern. Aber ohne die wunderbaren, leicht coolen und dennoch emotionalen Balladen wird es kaum gehen. Da wären nur beispielhaft „All Blues“ oder „Flamenco Sketches“ zu nennen und auch die wunderbare Komposition Blue in Green?


„Bitches Brew“


Aber ebenso wenig wäre es angebracht, auf den energetischen Miles des rockenden Albums „Bitches Brew“ zu verzichten, der den Paradigmenwechsel sowohl vom Hard-Bop als auch Free Jazz zum neuen Genre avantgardistisch initiierte: Rock-Jazz/Fusion/Electric Jazz. Die zur Auswahl stehenden Titel von Miles Davis nehmen sicher eine 3-stellige Zahl an. Das Quartett hat die Qual der Wahl und das Publikum darf sich überraschen lassen - Dima Bondarev „Runs the Voodoo Down“? Ja, auch das ist möglich.

Also? Ja! Hingehen!


Repräsentative Zitate aus dem Konzert „Tobias Meinhart Berlin People“ 05.08.25 im A-Trane, die das Spiel des Pianos von Ludwig Hornung hervorheben.




„Fox in the Box“
 „Ein packender Rhythmus, generiert durch die Rhythmiker, legt sogleich los  … Unterdessen treiben E-Bass, Drums und Piano den „Fuchs aus der Box“, verpassen dem Rhythmus eine knackige Funky-Note, in die dann das Piano von Ludwig Hornung seine Figuren und Läufe kaskadenartig schlagen kann – der Titel ist „hot“, geht richtig ab.“

„Light and Shadow“
Der Song gibt sich sogleich als Ballade zu erkennen. Das Pianoführt, leicht stakkatohaft hämmert, in den Titel ein, um dann zusammen mit Sax und Gitarre das Thema vorzustellen …

„Continuity“
Die Komposition von Drummer Mathias Ruppnig versucht, an den vorletzten Titel, den „heißen Fuchs“ anzuschließen, was auch gelingt … Die Gitarre verfällt in eine – Rhythmus und Harmonien des Titels gemäße – Spielweise, packt den Bob-Turbo raus. Ähnlich agiert der Pianist, der sein Können solistisch demonstrieren kann. Ludwig Hornung schlägt seine Figuren und Läufe wellengleich aus dem Flügel. Inhaltlich betreiben Bass & Drums tun das schon die ganze Zeit, halten die „Kontinuität“ souverän am Laufen.

„Agua Ponys“
Dieser Titel hat einen durchaus knackigen, erfrischenden Sound. Die diversen Tonfolgen werden lässig mit coolen Noten versehen ohne dabei auf Emotionalität zu verzichten – ein schmaler Grat des Musizieren. Derart schlägt auch Ludwig Hornung in die Tasten des Steinway-Flügels: quirlige Akkorde, Figuren, perlende Kaskaden. Der Rhythmus hat unterdessen einen verführerischen Latin Tough angenommen, mit dem die Anwesenden in die Pause entlassen werden.

„The Panther“
Nun der „Panther“ faucht recht balladenhaft … Expressive Sequenzen des Sax´ verstärken die Stimmung des Titels, werden von Tobias in der Tradition der großen balladenspielen Tenorsaxofonisten lässig wie souverän dargeboten. Dazu passt auch hervorragende das Spiel von Pianist Ludwig Hornung, dessen Tonfolgen elegische, nahezu klassische Züge annehmen. Der „Panther“, eine Ballade von klanglicher Ästhetik.



Ankündigung b-flat


Die vier Musiker - alle regelmäßige Gäste des B-Flat Jazzclubs und aktiv in der internationalen Jazzszene - widmen sich der Musik des Ausnahmetrompeters, der in seinem Leben mehrere Male den Jazz neu definierte und vorantrieb. Von Bebop über Cool Jazz zu Hardbop, Rock Jazz und Fusion: Miles Davis bündelte die Energien der jeweiligen Ära, führte die richtigen Musiker zusammen und stellte stets die Weichen für neue Klänge und Spielweisen. Die Musik des heutigen Abends wird sich auf die energetischen, aber auch die lyrischen Seiten des großen Trompeters konzentrieren, es wird mit viel Energie und Hingabe an einen der wichtigsten, kompromisslosesten und originellsten Innovatoren des Jazz erinnert.


Website Ludwig Hornung


Announcement b-flat

The four musicians - all regular guests of the B-Flat Jazzclub and active in the international jazz scene - dedicate themselves to the music of the exceptional trumpeter, who redefined and advanced jazz several times in his life. From bebop to cool jazz to hard bop, rock jazz and fusion: Miles Davis channelled the energies of each era, brought together the right musicians and always set the course for new sounds and playing styles. Tonight's music will focus on the energetic, but also the lyrical side of the great trumpeter, commemorating one of the most important, uncompromising and original innovators of jazz with great energy and dedication. 


 




b-flat
Autor: Cosmo Scharmer