Rejazz Festival 2. Tag 22 Nov. 2024 - Kunstfabrik Schlot


Rejazz Festival 2. Tag  - Taiko Saito / Heidi Heidelberg


Jacobien Vlasmans Rejazz Festival
Die Idee stammt von der holländischen Sängerin/Vokalistin Jacobien Vlasman, die mit dem Festival besonders die weiblichen Bandleader fördern will. Gegründet wurde das Festival 2020 und findet jetzt zum 5-ten Mal statt. Diesmal in der Kunstfabrik Schlot, das an 3 Abenden (21- 23.11.24) insgesamt 6 Gruppen präsentieren wird, die alle eine Chefin haben.


Zur Idee des Festivals gehört auch, dass musikalische Qualität die Priorität vor irgendwelchen Quoten habe. Deshalb sind auch Männer in den Formationen zu finden. Nichtsdestotrotz haben die einzelnen Jazzerinnen die Mitglieder ihre Bands nach inhaltlichen Kriterien, nicht nach Gender-Kategorien, ausgesucht. Die stilistische Spannweite der einzelnen Formationen ist riesig. Im Folgendem werden die Gruppen porträtiert – jeweils nach den Abenden, an denen ihre Konzerte statfinden. Eins kann schon vorweggenommen werden: Hingehen!


Vermutlich hat Jacobien Vlasman als Kuratorin folgende Musikerinnen ausgewählt, das Rejazz Festival zu bestreiten.
Als Leiterinnen ihrer Bands zeichnen sie für auch Kompositionen & Arrangements veratwortlich:


Nancy Meier (Flöre) – Quintett
Lucia Cadotsch (Vocals) – Quartett
Taiko Saito (Marimba) -  Quartett
Heidi Heidelberg (Vocals, Gitarre) – Duo
Shabnam Parvaresh (Bassklarinette, Flöte) – Trio
Louise Jallu (Bandoneon) - Quartett


Heidelberg Witch ’n‘ Monk – 2. Set


Heidi Heidelberg – vocals, guitar
Mauricio Velasierra – electro-acoustic hybrid flutes


Ankündigung Schlot:
„Witch ’n‘ Monk kreieren durch die Kombination verschiedenster Instrumente – traditionelle lateinamerikanische Flöten, unkonventioneller Gesang, E-Gitarre und maßgeschneiderte Elektronik – einen Sound, der ganz und gar ihr eigener ist.
Radikal manipulierte Flöten, anarchischer Soprangesang und analoge Elektronik mischen sich mit einem Jazz-Punk-Gitarren-Bass-Hybrid in diesem Duo. Witch ’n‘ Monk bewegen sich an den Rändern der Genres und werden in den Bereichen Jazz und zeitgenössische Klassik ebenso gefeiert wie in DIY- und Underground-Kreisen.“

„Wow! These guys are certainly going somewhere fast! … Pure anarchic chamber chaos“ (BBC R3 Late Junction)”.


Tja, das klingt spannend wie schrill und schräg, wenn Monk als personifizierte Schalk Pate bei dem Heidelberger Projekt gestanden hat. Im Netz wird Heidi Heidelberg als “Anarchistische Sopranistin” gehandelt. Das bezieht sich auf den Gesang, der vermutlich atonal daherkommt, einen wie auch immer gearteten Free Jazz à la Vocals zelebriert. Nun ja, da wird die Gitarre wohl kaum im melodischer Harmonie verweilen, sondern einen frei-zünftigen Anschlag bemühen. Aber, wer weiß? Vielleicht wäre tonales Gitarren-Spielen ein interessanter Gegensatz zu einem anarchoiden Singen.


Besonders spannd ist auch das Zusammenwirken mit ihrem Partner (auch wenn Heidi der Boss ist), der diverse Flöten nicht nur traditionell bedient, sondern auch elektronisch verfremdet handhabt. Mauricio Velasierra wird dem Publikum schon die Flötentöne beibringen…


Es scheint – unabhängig von tonalen (analogen) und atonalen (digitalen) Welten – ein elektronisches Spektakel zu werden. Die obige Charakterisierung des Duos als Jazz-Punk-Gitarren-Bass-Hybrid wird „Im Prinzip“ übernommen und nur leicht abgewandelt: Jazz-Punk-Gitarren-Hybrid-Vocals.


Für alle, die solche Sounds zu schätzen wissen, gilt: Hingehen!


Kunstfabrik Schlot
Autor: Cosmo Scharmer