XJAZZ! Festival - PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME Sebastian Studnitzky 23.09.26

Das XJAZZ! Festival - PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME Sebastian Studnitzky 23.09.26
Nachfolgend publiziert COSMO-JAZZ-BERLIN.DE die persöniche Stellungnahmen des künstlerischen Leiters des XJAZZ! Festivals Sebastian Studnitzky 1 : 1.
Sebastian Studnitzky Gründer und künstlerischer Leiter des XJAZZ! Festivals
Berlin, 23. September 2026
Das XJAZZ! Festival ist am Ende – nach einer öffentlich zugesagten Förderung, die fünf Wochen vor dem Festival abgesagt wurde
Die XJAZZ Festival GmbH hat am 22. September 2026 beim Amtsgericht Charlottenburg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Das XJAZZ! Festival 2026 ist abgesagt. Ich möchte erklären, wie es dazu gekommen ist – weil viele Menschen dieses Festival über Jahre getragen haben und ein Anrecht darauf haben, es zu erfahren.
Ein Haushaltstitel, der Sicherheit geben sollte
Das Abgeordnetenhaus hatte den Wert des Festivals für die Stadt erkannt und ihm über den Landeshaushalt Planungssicherheit geben wollen. Den Abgeordneten aller Fraktionen, die sich dafür eingesetzt haben, bin ich bis heute dankbar. Die Mittel wurden anschließend jedoch der Kulturverwaltung zur Bewirtschaftung zugewiesen – und liefen damit wieder durch genau das strukturell zu späte Antrags- und Bewilligungsverfahren, aus dem der Haushaltstitel das Festival eigentlich herausführen sollte.
Nach einer kurzfristigen Förderabsage im Frühjahr, deren Folgen wir nur unter erheblichem privatem Einsatz auffangen konnten, verständigten wir uns mit der Verwaltung auf eine einmalige Verschiebung des Festivals in den Herbst – ausdrücklich, um mehr Zeit für Prüfung, Bearbeitung und Bescheid zu schaffen.
Im Juni 2026 wurde die Förderung im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses öffentlich zugesagt.
Im Herbst folgte, fünf Wochen vor der vollständig durchgeplanten Ausgabe, die erneute Ablehnung. Warum die im Mai eingereichten Unterlagen bis dahin nicht abschließend bearbeitet waren, ist uns bis heute nicht mitgeteilt worden. Unsere Anfrage dazu blieb unbeantwortet.
Verfahren, die zur Produktionsrealität nicht passen
Künstlerverträge, Reisen und Produktionen müssen sechs bis neun Monate im Voraus verbindlich geschlossen werden, das internationale Publikum bucht Tickets, Flüge und Hotels mit entsprechendem Vorlauf. Der Förderantrag wird dagegen erst bearbeitet, wenn das Festival längst in der Umsetzung ist – verbindliche Bescheide gingen in der Vergangenheit teilweise erst wenige Tage vor dem Festivalwochenende ein.
Diese Lücke haben wir über Jahre mit privaten Mitteln, unbezahlter Arbeit und persönlichem Risiko finanziert. Die gewaltige Lücke, die durch die kurzfristige Absage nun entstanden ist, war nicht mehr zu schließen.
Seit 2013 habe ich gemeinsam mit den anderen Gesellschaftern überwiegend ehrenamtliche Arbeit und beträchtliche private Mittel investiert, um das XJAZZ! Festival aufzubauen und in den letzten Jahren gegen die aus meiner Sicht destruktiven Verwaltungsabläufe am Leben zu halten. Dass ein Festival, das die Politik bewusst in den Haushalt aufgenommen hat, am Ende Insolvenz anmelden muss, weil die Prüfung des Antrags auch nach der eigens dafür vereinbarten Verschiebung nicht rechtzeitig abgeschlossen wurde, ist bitter – für uns, für die Künstlerinnen und Künstler und für das Publikum.
Ich hoffe, dass die künftige Landesregierung diese Lücke schließt: mit Förderinstrumenten, die Kulturschaffende als Partner behandeln, deren Fristen und Vorlaufzeiten zur Produktionsrealität passen und die so entbürokratisiert sind, dass es nicht zu solchen Verfahrensstaus kommt. Meine Erfahrung aus dreizehn Jahren stelle ich dafür gern zur Verfügung.
Im Oktober spielt Berlin weiter
Einige der für Oktober geplanten Konzerte werden nun eigenständig von anderen Veranstaltern durchgeführt. Käuferinnen und Käufer eines XJAZZ!-Tickets erhalten dort aus Kulanz der Veranstalter freien Eintritt. Außerdem richten Freunde des Festivals am 9. Oktober eine XJAZZ! Funeral Party aus.
- 8. Oktober · SINGÜLAR · Emmauskirche, Berlin
- 9. Oktober · XJAZZ! Funeral Party · Sonnenraum
- 10. Oktober · Momoko Gill & more · Haus der Visionäre und Sonnenraum
- 11. Oktober · Nduduzo Makhathini · Emmauskirche, Berlin
- Alle Veranstaltungen werden eigenständig von den jeweiligen Veranstaltern organisiert.
Weitere Informationen: xjazzforever.com
Kontakt:
Tel: +49 1512 7029533
sebastian@studnitzky.de
Beste Grüße
Sebastian Studnitzky
____________________
Studnitzky Studnitzky
Matkowskystr. 2
10245 Berlin
Tel: +49 1512 7029533
sebastian@studnitzky.de