XJAZZ! presents MEMENTO ODESA by Sebastian Studnitzky & Odesa Philharmonic Orchestra (Copy)

Memento Odesa - Symphonieorchester Odesa & Sebastian Studnitzky 17.März 20 24 Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Zitate aus dem Bericht des Konzertes am 17. März 2024 in COSMO-JAZZ-BERLIN
Symphonieorchester Odesa: Kammermusikalisches Ensemble
Volodymyr Digits: Dirigent
Sebastian Sternitzky: Komposition, Trompete & Piano
Anastasiia Pokaz: Gesang
Andrii Pokaz: Piano
Paul Kleber: Bass
Magro: Schlagzeug
Bodek Janke: Perkussion
„Idee, Geschichte und aktuelle Realisierung des Projektes werden von Sebastian Studnitzky detailliert erläutert, das Sinfonieorchester Odesa wird vorgestellt. Das ist „nur“ das Kammerorchester mit seinen Streichern: Violine, Viola, Cello & Kontrabass. Überwiegend jung und weiblich, da die Männer „ein Ticket für die Front“ haben, wie Sebastian Studnitzky ausführt. Nichtsdestotrotz besteht das Kammerorchester aus 2 Dutzend Mitgliedern, von denen 5 männlich sind.“
„Wohltönende, melodische Linien machen den Auftakt. Es klingt leicht, unbeschwert, der grausigen Realität in der Ukraine entrückt. Eine Komposition mit romantischen Klangcharakter, die das souverän agierende Kammer-Ensemble unbegleitet präsentiert, das Publikum auf symphonische Klangwelten einstimmt und es für ihre Musik sofort gewinnt. Nun gesellen sich Trompete, Bass und Drums diskret hinzu. Wellenartige Klänge der Streichinstrumente erzeugen eine eher klassische, kammermusikalischen Stimmung, in die rhythmische Elemente von Bass & Drums sich dezent integrieren. Die Musik lebt von den gegensätzlichen Polen der symphonischen Streicher und den geraden Akzenten der Rhythmusinstrumente, deren Schläge nur touchiert werden. Zwischen diesen Spanungspolen befindet sich das Piano-Spiel von Andrii Pokaz, der vermittelnd seine Figuren sanft in der Tastatur drückt. „
„Mit der hinzukommenden Sängerin Anastassia Pokaz verstärkt sich die Studnitzky-Combo auf ein Sextett. Zuvor erläutert Anastasiia Pokaz eindringlich auf Englisch und Ukrainisch die grausame alltägliche Situation in der Ukraine unter den Bedingungen des russischen Angriffskrieges. Nichtsdestotrotz, dieses Projekt zeigt den Lebens- und Überlebenswillen auch der Ukrainischen Kulturschaffenden…. deshalb diese Benefizkonzerte.
Eine persönliche musikalische Antwort ist ihr Gesang, den sie auf Ukrainisch vorträgt. Das Piano von Ehemann Antrii Pokaz macht den Anfang, die harmonischen Tonfolgen haben leichte folkloristische Anklänge. Die Streicher säuseln leise im Hintergrund, die Stimme von Anastasiia Pokaz setzt ein. Ein lyrisch angehauchter Titel, emotional bewegt vorgetragen. Die Rhythmus-Sektion unterstützt uneigennützig, nicht swingend, sondern geradlinig dezent rockend. Ein kurzes Solo des Horns, dann ist wieder die engagierte Stimme der Sängerin zu vernehmen und schon haucht der kurze wie poetische Titel sich aus.“
„Memento, das Titelstück der Konzerttournee schafft es – ebenso wie die anderen Titel -, eine überzeugende Synthese zwischen kammermusikalischer oder symphonischer Musik und zeitgenössischen Spielweisen aus Jazz, Rock und Neuer Musik einzugehen. Was die emotionalen Aspekte der Musik betrifft, so erzeugen diese Klangwelten unvermeidliche Gänsehaut-Effekte. Sebastian Studnitzky wechselt von der Trompete zum Flügel, fügt einige Takte solistisches Piano hinzu, lässt diese Passage behutsam ausklingen. Erneut ergreift ein dichter Sound den Raum. Die Wiederholung des Themas obliegt diesmal nicht dem Horn, sondern das Cello aus dem Kammer-Ensemble darf diesen Part übernehmen, der mit Bravour vorgetragen wird. Das gilt gleichermaßen für das Spiel der Musikerinnen des Ensembles wie für den Dirigenten Volodymyr Digits.“
„Eine Komposition stellt auch die Musiker aus der Rhythmus-Gruppe stärker in den Fokus. Kurze Intro durchs Piano, dann kommen die Streicher kurz hinzu, um sogleich dem Rhythmus die Bühne zu überlassen. Ein klassisches Piano-Jazz-Trio gibt jetzt den Ton an…. Stakkatohafte, kräftige Anschläge des Pianos von Studnitzky, der zum Flügel wechselte, unterstützen das akzentuierte wie souveräne Spiel, das Bassist Paul Kleber und Drummer Margo jetzt in den wohlverdienten, solistischen Fokus stellt. Die Violinen, Celli und gestrichenen Bässe spielen jetzt frank und frei auf, vervollständigen mit melodisch-harmonisch Elemente diesen Sound. Mit auf- und abschwellenden Motiven branden die symphonischen Wellen auf die Felsen in der rhythmischen Brandung. Dazwischen gleichen Piano und Trompete harmonisierend aus. Und weil es so schön bewegend, so emotional packend ist, gibt es noch kurze vokalische Sequenzen von Sebastian Studnitzky als Zugabe.“
Alle Einkünfte der Konzerte werden an „Children of Heroes“ gespendet:
https://childrenheroes.org/