Alexander von Schlippenbach - Monks Casino 19.02.25 A-Trane

Alexander von Schlippenbach - Monks Casino 19.02.25 A-Trane
Monks Casino - The Complete Works of Thelonius Monk
Alexander von Schlippenbach – Piano
Axel Dorner – Trompete
Rudi Mahall – Bassklarinette
Jan Roder - Bass
Kasper Tom – Schlagzeug
Gleich ob die Titel erkannt werden oder nicht, da die kurze Zeit, in der die Themen angespielt werden, zur Erkennung nicht reicht, ist es nicht wichtig. Wichtig ist, dass alle Stücke den Klangcharakter der Komposition behalten – nach Monk klingen - und gleichermaßen nach den eigenwilligen und individuellen Interpretationen von Alexander von Schlippenbach und seinem Quintett tönen. Beides ist gegeben.Weitere Titel im Detail
Das ist der Fall bei den Balladen – so wie im nächsten Titel - oder auch beim schnellen, wilden Ritt durch die Harmonien in der übernächsten Komposition. Hier bestimmt ein bunter Wechsel von Themen und Improvisationen das musikalische Ereignis. Ein Solo der tiefen Klarinette erklingt verhalten, sogar balladesk, das Spiel des Schlagzeugers Kasper Tom mit den Besen ist subtil, aber wirksam. Der souveräne Bass von Jan Roder zupft treibende Walking-Bass-Figuren und das ganze Piano-Jazz-Trio gibt einen richtig wohltönenden Titel zum Besten, der gegen Ende nach „durchgeknallter“ Combo klingt.
Dann eine recht freie Passage, kein Thema erkennbar, auch keine Harmonien eines Songs. Aber das Selbstverständnis der Akteure verlangt gelegentlich nach freiem Ausdruck. Das Solo von Klarinettist Rudi Mahall bewegt sich danach im harmonischen Rahmen des Titels. Na ja, mehr oder weniger. Anyway! Nichtsdestotrotz ist es ein ausgereiftes expressives Solo, das die Bassklarinette preisgibt. Unterdessen swingen Bass & Drums munter voran, lässig wie zuverlässig. So wie sich „det jehört für n´zünftigen Monk-Jazz“. Ähnlich kommt der folgende Stück daher, das Piano spielt ein bekanntes Thema an, die Bläser übernehmen, verwandeln das Thema zum Riff und das Trio unter Führung des souveränen Pianos fallen in ein leichtes, unkompliziertes Swingen.
Und so geht´s weiter. Der Drummer haut zwischen die Takte, hat großen Spaß dabei, grinst zufrieden. In den Improvisationen der Klarinette schmuggelt Rudi Mahall einige Zitate aus der Jazzwelt, zeigt Humor.
Dem Nachbar aus Holland gefällt das Konzert, die ganze Konzeption außerordentlich gut und bemerkt völlig zu Recht:“ Der Pianist sei unglaublich gut“. So ist es, das Publikum ist der gleichen Meinung und mit diesem Statement geht es in die wohlverdiente und wohlerhörte Pause. Rudi Mahall verweist noch auf die Möglichkeit, ihre CDs zu erwerben und meint: „Wer früher geht, der muss kaufen.“
2. Set
Der Wechsel von komponierten Passagen mit Vorstellung des Themas und den frei arrangieren und improvisierten Anteilen zieht sich auch durch die folgenden Stücke, zieht sich durchs ganze Konzert. In nahezu gleichen Teilen tönt es unbändig atonal, und dann auch wohlgefällig balladenhaft wie auch melodisch. Der Man am Piano steuert das ganze Projekt so unauffällig wie möglich.
Die weiteren Stücke werden nicht mehr in der bisher gewohnten Art und Weise beschrieben, um Wiederholungen zu vermeiden. Stattdessen werden einige Stichworte, Begriffe, Redewendungen und Metaphern aufgeführt, die die Musik des Projektes zu charakterisieren versuchen. Alexander von Schlippenbach “Monks Casino” ist:
S´Guggemusik, „Hexensabbat“, Schabernack, Jahrmarkt, Fastnacht und noch Vieles mehr. Virtuos erzählt in verschieden Sprachen und Dialekten des Jazz, mit Monkschem Zugenschlag.
Rudi Mahall weist noch auf die nächste „Pause“ hin, die zirka 20 Stunden dauern wird bis am 21.02.25 die restlichen Titel zelebriert werden: Hingehen!



