Empfehlungen XJAZZ- Festival 08 – 14. Mai 2023 – Teil 3


MILAD KHAWAM – Trumpet, Electronics - SATURDAY 13. MAY

Konzertbericht Vorab-Konzert XJAZZ Goes Dussmann am 20. April:

„Die Musik von Milad Kawa ist eine Kombination von live gespielter akustischer Musik mit komponierten digitalen Klangwelten. Wer solch eine Konzeption mag, für den wird das vollständige Konzert, bei dem es einiges zu entdecken gilt, sicher lohnenswert sein.“

 

JOCELYN B. SMITH & FRIENDS – SUNDAY 14. MAY
"EVERYBODY CAN SING WITH JOCELYN"
Hier kann nichts schiefgehen. Berliner Soul von Feinsten.



KOKOROKO – SUNDAY 14. MAY
– Soul, Funk, Jazz, Brass


In ihrer Musik zeichnet sich durch gerade Rhythmen der Drums und durchlaufenden Bass aus. Der E-Bass liefert einfache wie gängige Ostinato-Figuren, die Gitarre steuert akzentuierte Riffs bei. Da können die Holz- und Blechinstrumente nicht anders, sie müssen ihre kraftvollen Bläsersätze in den Gruppen-Sound schleudern. Die langen Soli der Gitarre mit ihren Verfremdungseffekten, die markanten Bass-Figuren sowie die ausführlichen Statements der Bläser erinnern ein wenig an den legendären Sound der britischen Soft Machine der frühen 70-ziger. Aber im Unterschied zu ihnen klingen sie weniger schrill, skurril oder nervös, sondern erzeugen einen Sound, der zum Entspannen neigt – Relaxing, Chillin´ with Kokoroko. Unter diesem Aspekt sind sie der gefälligen Emotionalität der afrikanischen Gruppe Baobab ähnlich. Die dunklen afrikanischen Klangfarben von Kokoroko erwecken auch leichte Assoziationen an den frühen Abdullah Ibrahim mit seinen südafrikanischen Musikern. Bei einem Konzertbesuch kann man, auch frau nichts falsch machen.

Sera Kahlo´s  eXante – Songs with Quartet -  SUNDAY 14. MAY
Konzertbericht XJAZZ-Vorab-Konzertes bei Dussmann am 20. April:

„Es ist ein gerader Beat, durchlaufende Rhythmen, ganz auf die Sängerin zugeschnitten, aber nur ein Instrument. Damit ist kein dichter Sound zu machen. Das kommt Sera Kahlo selbst zu wenig vor und sie erläutert, dass normalerweise ihr Sound viel fetter sei: „More Big Sound“. Der wird durch ihre Band eXante, die aus Drums, Bass, Gitarre und Piano besteht, live generiert werden… Jetzt legt Sera Kahlo noch eine Schippe Power drauf und beginnt zu scatten… Wer wirklich hören will, was für eine Musik Sera Kahlo und ihre Band kreieren, der muss sich wohl das Konzert gönnen, das sicher anders klingen wird als der heutige Appetitmacher.“

Nachbemerkung


Empfehlungen sind immer eine subjektive Sache. Es ist in Grenzen  durchaus möglich, „technisch“ zu beschreiben, was im Konzert zu hören war oder sein wird. Das kann teilweise davon getrennt werden, ob es dem Berichterstatter gefallen hat oder nicht. Aber Empfehlungen für zukünftige Konzerte sind noch subjektiver. Empfehlen kann man die Musik nur von Personen, was man gut kennt, deren Konzerte schon besucht wurden. Das ist eine klare Sache. Nun, es gibt auch Musikmachende, die kennt man nicht, die sind einfach interessant und die will man kennenlernen. Das ist schon schwieriger, da nur Aufnahmen zur Verfügung stehen. Reinhören, die Alben bewerten und dann empfehlen. Ja, das geht, aber bei der großen stilistischen Vielfalt - über die sehr viele fantastische Musiker und wunderbare Musikerinnen verfügen -, ist keineswegs sicher, ob das aktuelle Konzert, das neue Projekt, auch so klingen mag wie frühere Aufnahmen. Da sind Überraschungen möglich. Was folgt daraus? Alle Empfehlungen beinhalten ein Risiko. Das erlebte Konzert muss nicht gefallen, eine ganz andere Musik wurde dargeboten als in der Empfehlung skizziert. Es bleibt bei einem kleinen Restrisiko, ob die Musik gefällt oder nicht. Deshalb lautet die Empfehlung: Leute, nix wie rein ins Leben, hin zu Live-Konzerten.

XJAZZ 2023 Programm
Autor: Cosmo Scharmer