Jazz in den Ministergärten 2023 - Peter Hedrich Quintett

Das Saarland hat das Quintett von Peter Hedrich zu Gast. Der informiert sogleich über sein Album New Hope, das sich musikalisch auf sein großes Vorbild Jiggs Whigham bezieht. Und los: mittleres Tempo, etwas härter akzentuierte Beats, das Titelthema spielen Alt-Sax und Posaune unisono, Felix Hauptmann am Piano spielt begleitend mit dezenten Akkorden, Drums & Posaune wechseln zu swingenden Rhythmen, während der Bass stärker raumgreifende Figuren zupft. Der Bass ist nicht – wie leider oft – zu leise, sondern genau richtig ausgesteuert, gut zu hören. Kurze Soli der Posaune und des Altsaxofons bauen das Thema weiter aus. Intonation und Spielweise des Alto Sax ist jazzklassisch, mit seinen agilen Schleifen und Bögen „instrumentengerecht“. Kurze Themenwiederholung und schon stellt sich der nächste Titel vor.
Peter Hedrich – Posaune
Fabian Schöne – Altsaxofon
Felix Hauptmann – Klavier
Reza Askari – Bass
Kevin Naßhan – Schlagzeug
Das ist ein tragendes Stück, irgendwie zwischen Blues und Ballade positioniert. In diese verhaltene Stimmung finden sich Posaune und Altsax zu einen Duo. Sie agieren nach dem Ruf-und-Antwort-Prinzip, bei dem der eine Jazzer Tonfolgen vorgibt, der andere diese aufnimmt, leicht variiert und nun selbst Sequenzen vorgibt. Und so weiter und so fort. Duo wie bluesige Ballade kommen gut rüber, erklingen kraftvoll und ausdrucksstark.
Petr Hedrich betont noch mal seine Bewunderung für seinen Lehrmeister Jiggs Wigham und dass dessen weisendes Album Hope der Grund war, sein eigenes Album New Hope zu titulieren. Daraus auch das folgende Stück. Nach einer Einführung stellen die Bläser das verhaltene Thema vor. Eine Ballade von dunkler Stimmung mit einem Seufzer Tristesse – traurig schön. Dazu ertönt jetzt das passende Solo des Basses von Reza Askari, der Stimmung wie Thema aufnehmend, seine Ideen vorstellt, sich dann in bewegten Figuren steigert. Solch eine Ballade ist auch eine vorzügliche Chance, solistisch zu überzeugen. Demzufolge verleiht Peter Hedrich dieser Ballade die tieflagige Stimme seiner klanggewaltigen Posaune und beginnt, Geschichten zu erzählen. Dann ist genug mit dieser dunklen Schwere, ein Swing löst ab. Der tönt leicht, locker und unbeschwert. Auch das kann die Posaune leisten. Der Rhythmus wechselt fast unmerklich in einen Latin Beat, erinnert an eine Samba. Das kann sich das Altsax von Fabian Schöne nicht entgehen lassen, und er bläst seine Figuren in den Song. Bevor das Titelthema wiederholt wird, kann auch Drummer Kevin Naßhan solistisch zeigen, dass auch er, was zu erzählen hat.
Konzertbericht vom 25.08.2023


