Jazzfest Berlin 2026 - Standing Ovations für Globe Unity Orchestra 01.11.26

Jazzfest Berlin 2026 - Standing Ovations für Globe Unity Orchestra 01.11.26
Pressemitteilung 2. November 2026
Berliner Festspiele | Jazzfest Berlin 2026 endet mit Standing Ovations für das Globe Unity Orchestra im Haus der Berliner Festspiele
Line-up
Alexander von Schlippenbach – Klavier, Komposition, Leitung
Aki Takase – Klavier
Evan Parker – Sopran- und Tenorsaxofon
Daniel Erdmann – Tenorsaxofon
Henrik Walsdorff – Altsaxofon
Rudi Mahall – Klarinette, Bassklarinette
Tomasz Dąbrowski – Trompete
Kasper Tranberg – Trompete
Axel Dörner – Trompete
George Lewis – Posaune
Christof Thewes – Posaune
Gerhard Gschlößl – Posaune
Antonio Borghini – Kontrabass
Paul Lytton – Schlagzeug
Dag Magnus Narvesen – Schlagzeug
Mit den bejubelten Auftritten des Trios Graewe/Jones/Drake, der Sängerin ganavya und Alexander von Schlippenbachs Globe Unity Orchestra anlässlich dessen 60-jährigen Bestehens endete gestern das Jazzfest Berlin 2026 im Haus der Berliner Festspiele. Im A-Trane und Quasimodo begeisterten zum Abschluss die US-amerikanischen Bands Twin Talk: Delights und Ches Smith: Clone Row. Insgesamt kamen 8.100 Besucher*innen zu den insgesamt 50 Veranstaltungen des Festivals. Das Jazzfest 2027 Berlin findet vom 28. bis 31. Oktober 2027 – aufgrund von Renovierungsarbeiten im Haus der Berliner Festspiele – im Haus der Kulturen der Welt und weiteren Spielstätten statt.
Unter dem Motto Dream Baby Dream präsentierte das Festival vom 29. Oktober bis 1. November 135 Musiker*innen aus über 25 Ländern. Schon seit dem 26. Oktober fand die Jazzfest Community Week im Stadtteil Moabit statt, die mit der Uraufführung des JIB Creative Music Orchestra von Anthony Braxton mit Studierenden des Jazz Institut Berlin (JIB) sowie dem Community Saturday am 31. Oktober ihren Abschluss fand.
Die insgesamt 50 Programmpunkte an 10 Spielstätten, von denen mehr als 20 kostenfrei waren, besuchten über 8.100 Personen aller Altersgruppen. Über 6.500 Gäste erlebten die Konzerte im Haus der Berliner Festspiele, A-Trane, Quasimodo und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, von denen nahezu alle ausverkauft waren. Ausverkauft war auch das Doppelscreening des Jazzfest Filmes DREAM BABY DREAM und des filmischen Porträts Being Hipp – First Lady of European Jazz im delphi LUX. Dazu kamen 1.475 Besucher*innen zu den kostenfreien Veranstaltungen sowie über 80 teilnehmende Kinder und Studierende bei den Workshops der Jazzfest Community Week in Kooperation mit 15 lokalen Partnern aus Moabit.
Sein 50-jähriges Bühnenjubiläum auf der Großen Bühne im Haus der Berliner Festspiele feierte Anthony Braxton mit der Uraufführung eines Septetts für drei Tuben und vier Saxofone. Er präsentierte damit auch ein neues kompositorisches System, weitere grafische Partituren aus unterschiedlichen Schaffensphasen wurden im Oberen Foyer des Festspielhauses ausgestellt.
Auch weitere großformatige Uraufführungen wurden begeistert vom Publikum aufgenommen: Das Camila Nebbia Large Ensemble zeigte ein Werk, das von Nebbias persönlicher Familiengeschichte inspiriert und von halbdokumentarischen Filmaufnahmen begleitet wurde. Christian Lillinger entwickelte ebenfalls für ein zehnköpfiges Ensemble komplexe Rhythmus- und Harmoniestrukturen.
Musikalische Höhepunkte auf der Großen Bühne waren außerdem die Auftritte von Immanuel Wilkins und seinem Quartett, das spontan von der Sängerin ganavya verstärkt wurde (die am letzten Festivaltag auch solo das Publikum begeisterte), des Amir ElSaffar New Quartet, des Tomeka Reid Quartets mit neuem Album sowie von Rob Mazurek mit Ched Taylor als CHICAGO UNDERGROUND Duo. Das Otomo Yoshihide New Jazz Quintett brachte zu später Stunde am Freitagabend die Seitenbühne im Haus der Berliner Festspiele zum Beben, während die 12 Posaunen von BONECRUSHER die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche mit sphärischen Klängen füllten.
Einen deutlich intimeren Rahmen boten die Konzerte in den Jazzclubs A-Trane und Quasimodo. Hier luden Künstler*innen wie Elin Forkelid, Karoline Wallace, Sheen Trio, Wendy Eisenberg, ¡ Ya Voy !, Ingebrigt Håker Flaten (Exit) Knarr, Twin Talk und Ches Smith das Publikum in ihre komplexen und oftmals genreübergreifenden musikalischen Welten ein und wurden dafür mit viel Applaus belohnt.
„Diese Festivalausgabe bot viel Raum für Experiment, Begegnung und Austausch. Im Haus der Berliner Festspiele und den Satelliten A-Trane, Quasimodo und Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche war an vier Tagen ein spannendes und intensives Programm zu erleben. Idealer Stoff für die Jazzredaktionen von ARD und Deutschlandradio. Beim Festival sind eine Vielzahl von Interviews und Berichten, drei live übertragene Abende und eine lange ARD Jazz Nacht entstanden – nachzuhören u.a. auf ardjazz.de. Höhepunkte gab es ausgesprochen viele: In Elin Forkelids wundervoller Hommage an John Coltrane verneigten sich die Jungen vor der Geschichte. Legendäre Persönlichkeiten wie Anthony Braxton und Alexander von Schlippenbach zeigten, dass Kreativität keine Frage des Alters ist. Das Neue entfaltete sich bei Camila Nebbia im Gewand ausgetüftelter Architektonik und bei Immanuel Wilkins in einem fulminanten, energetischen Puls. Jenseits der erprobten Konzerträume feierte das Jazzfest mit der Community Week in Moabit auch in diesem Jahr mit Workshops, ImproLabs und Konzerten die inspirierende und für uns alle so wichtige Kraft der Begegnung. Wir danken Nadin Deventer und dem gesamten großartigen Team und freuen uns schon aufs nächste Jahr.“
– Sprecher des ARD-Gremiums Stefan Gerdes (NDR Kultur)
Dank der Kooperation mit den ARD-Hörfunkanstalten und Deutschlandradio war das Festival auch in diesem Jahr über Live-Konzertübertragungen sowie in der langen ARD Jazz Nacht mitzuerleben. Einige der Konzerte sind auch weiterhin in der Mediathek der Berliner Festspiele nachzuhören.
Das Jazzfest 2027 Berlin findet vom 28. bis 31. Oktober 2027 im Haus der Kulturen der Welt und weiteren Spielstätten statt.



