Kama Kollektiv – 30.05.24 Schlot


Anmerkung. 

Für die Ankündigung des Konzerts, ist ein Beschäftigung mit den Titeln des aktuellen Albums sinnvoll oder erforderlich. Diese Titel sind detailliert in der Besprechung des Albums enthalten. Im Konzert klingen dann die gleichen Titel anders, mal nur in Nuancen, auch mal stärker differierend, aber fast immer auf eine interessante Art anders. Dies Erkenntnis ist nicht neu, bestätigt sich jedoch bei fast jedem Konzert. Demzufolge gibt es zwangsläufig Unterschiede zwischen einer Album-Besprechung und den Berichten einer Live-Musik. Relevant für die Konzertberichte sind die Notizen und Erinnerungen an das Live-Konzert.


Weitere Titel im Detail


Essential
Erneut wird der Bass mit dem Bogen gestrichen. Englischer Gesang kommt hinzu. Der jetzt gezupfte Bass von Jonathan Nagel legt ein stakkatohaftes Motiv mit einer Ahnung von Kammermusik vor, die anderen folgen. Während die Drums von Yoad Korach dezente, sparsame Beats erzeugen, erhöht sich die Intensivität des Gesangs, nimmt in den höheren Lagen dramatische Züge an. Die folgenden Sequenzen der Trompete erden wieder, erzählen die gleiche Geschichte, aber epischer. Nach einer kurzen solistischen Einlage des Pianos wird das Horn intensiver. Verstärkt wird dieser Sound durch Bass und Drums, die noch eine ordentliche Schippe Expressivität drauflegen.


Hate to be Fake
„Naturgemäß“ startet das Piano den Song. Fast schon klassischer Gesang auf Englisch gesellt sich dazu. E-Bass & Drums generieren einen leichten Funk. Die Pianistin schlägt funky-betonte Akkorde und der E-Bass steuert passende Ostinato-Motive bei. Der Sound nimmt eine stärkere Ausprägung eines rhythmisch markanten Funks an. Dazu passt auch das kurze Intermezzo auf dem E-Piano/Keyboard, bevor Ida Alanen zum Flügel zurückkehrt und ein ansprechendes Solo hervorbringt.

Dann erfolgt Ansage und Vorstellung der in Amsterdam beheimateten Band. Ohne Holländer, dafür zu 50% Finnisch. Mehr wird von Kirsi nicht verraten. Hier wie auch in den andern Ansagen überzeugt und gewinnt Kiris im Handumdrehen das Publikum durch ihre uneitle, sympathische wie charmante Art.


Dream a Dream
Es ist an der Trompete zum „Jagen“ zu blasen. Aber gemach. Die verhaltenen Tonfolgen, die warm aus dem Blech strömen, werden mit elektronischen Effekten diskret verstärkt, erhöhen den (Nach)Hall der melodischen Linien, die sparsam verwendet werden. Unterstützt wird das durch Akkorde und korrespondierende Figuren das Pianos. Der Bass von Jonathan Nagel überzeugt erneut durch elegant gestrichene Figuren und die Drums von Yoad Korach rühren das Thema mit den Besen an. Das ist jetzt kammermusikalischer Jazz per Excellance in den der Gesang eindringt, eine leicht schräge Intonation annimmt, das jedoch die Ausnahme bleibt. Die Trompete beendet den kurzen Gesangspart, führt das Thema weiter aus, setzt versöhnende Noten.

Tiimalasi


Prägnante Ostinato-Figuren des Basses und Piano treiben immens voran. Zusammen mit den schnellen Beats der Drums, die kontinuierlich die Achtel durchschlagen, ist ein bewegter, vorwärtspreschender Rhythmus zu vernehmen. Der Song mit dem finnischen Titel läuft famos, schafft Raum, aber die Pausen sind ein besonderes raffiniertes Element. In den schnellen Rhythmus hinein, poppen kurze Pausen auf, geringe Unterbrechungen stoppen die Musik. Das erhöht die Spannung auf das, was da kommen mag, umso stärker. Und das geht jetzt so richtig gut ab! Der einsetzende Gesang – wohl auf Finnisch – stellt das melodische Thema vor, führt es weiter. Unterstützung erfährt Kiki von Pianistin Ida Alanen, die als 2. Stimme den Gesangspart verstärkt. Dieses Gesangs-Duo bildet einen spannenden Kontrast zu den Linien des Basses – Tiimalasi ein wohlgefälliger, ansprechender Titel.

As I lived a Different Life


Das ist eine Komposition von Bassist Jonathan Nagel, die wiederum den Gesang in den Fokus stellt, der auch hier von Ida Alanen als 2. Stimme angereichert wird. Es ist Zeit für ein ausgiebiges wie vorzügliches Solo der Bassgeige. Mit warmtönender Intonation kreiert Jonathan Nagel melodische, dabei markante Motive. Trefflich unterstütz von den stakkatohaften Anschlägen, die Ida Alanen auf dem Flügel schlägt. Kirsis Trompete führt weiter, was sie zuvor in ihren Gesang ansprach, jedoch mit den Akzenten und der Klangfarbe ihres Blechs. Auch in diesem Stück ist erneut das charakteristischen Wechselspiel zwischen Gesang und Trompete zu erfahren. Dann geht´s in die wohlverdiente Pause.

















Konzertbericht vom 25.08.2023